Schreibmonat November – Höhen und Tiefpunkte im NaNoWriMo

National Novel Writing Month

Der National Novel Writing Month, kurz NaNoWriMo, ist eine jährliche Schreibveranstaltung, die Autoren weltweit dazu herausfordert, im November einen 50.000-Wörter-Roman zu verfassen. Ins Leben gerufen wurde der Schreibmarathon 1999 von dem Amerikaner Chris Baty. Trotz seines Namens ist das Projekt längst international geworden. 

Die Idee dahinter ist, die Kreativität zu fördern, den inneren Kritiker auszuschalten und einfach drauflos zu schreiben. Das Ziel ist nicht, ein perfektes literarisches Meisterwerk zu schaffen, sondern eine Rohfassung zu produzieren – den grundlegenden Entwurf eines Romans.

Mein erster NaNoWriMo – eine Herausforderung

In diesem Jahr wagte ich mich das erste Mal in die aufregende Welt des NaNoWriMo. Ende August habe ich mich ganz spontan auf der entsprechenden Seite angemeldet. Ich wusste nicht wirklich, ob es gelingen würde, denn mein Wordcount lag bisher bei vielleicht 1000 Wörtern am Tag. Für den NaNoWriMo mussten es täglich 1667 sein – wirklich jeden Tag. Und auch das war eine Hürde, denn die Wochenenden halte ich mir seit einiger Zeit frei. Es tut der Familie gut und auch meiner Kreativität.

Vorgeschichte

Die Idee für meinen Roman entstand bereits im Sommer, während des regen Austauschs mit drei Kolleginnen, mit denen ich mich regelmäßig traf. Ursprünglich planten wir, eine gemeinsame Buchreihe zu starten. Es sollten Weihnachtsromane sein, die am schönen Mummelsee im Schwarzwald spielen sollten. Wir begannen also bereits früh mit der Planung. Machten uns Gedanken über das Setting, die Figuren und jede von uns plante ihre eigene Geschichte in einer gemeinsamen Welt. Doch Meinungsverschiedenheiten führten zur Trennung unserer Wege. Um offen zu sein, hat mich das sehr getroffen und traurig gemacht. Reihen von mehreren Autorinnen sind gerade beliebt, allerdings sollte die Basis stimmen und das Vertrauen da sein. Wir sind an diesem Punkt gescheitert. Trotzdem wollte ich meine Geschichte nicht aufgeben. Ich hatte bereits so viel Zeit und Herzblut investiert. Also nahm ich mir die Zeit, veränderte die Details, damit sie als eigenständige Erzählung funktionieren konnte.

Planung als Schlüssel zum Erfolg

Als planende Autorin wusste ich, dass die Struktur meines Romans solide sein musste, um die Herausforderungen des NaNoWriMo zu bewältigen. Mit einem festen Plot und einer durchdachten Kapitelübersicht bewaffnet, konnte ich die 50.000 Wörter effizienter angehen. Mit den letzten Details, vor allem der Kapiteleinteilung, begann ich im Oktober. Ich wusste, der Roman würde ungefähr 20 Kapitel haben und ich wollte abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptfiguren erzählen. Jedes Kapitel musste somit 2500 Worte umfassen. Am Ende wurden es 22 Kapitel.

Um die NaNoWriMo-Herausforderung zu meistern, musste ich also täglich 1667 Wörter schreiben – eine echte Herausforderung, besonders mit Schulferien in der ersten Novemberwoche. Und hier muss ich beichten, dass ich mich nicht ganz an die NaNoWriMo-Regeln gehalten habe. Tatsächlich habe ich bereits in der letzten Oktoberwoche begonnen zu schreiben, weil wir in den Schulferien die Renovierung eines Kinderzimmers geplant hatten.

Zudem war da mein Wunsch, das Wochenende schreibfrei zu halten. Im November würde das nicht funktionieren, das war mir klar. Ich suchte nach einem Kompromiss und rechnete mir aus, wie viel ich schreiben müsste, wenn ich an den Wochenenden nur 900 Seiten schreiben wollte. Pacemaker ist ein super Tool, das ich euch gerne ans Herz legen möchte. Hier hielt ich meine Fortschritte fest und sah nach jeder Schreibsession, ob ich gut im Plan lag.

Höhen und Tiefen: Der Weg zu 50.000 Worten

Die ersten beiden Wochen liefen erstaunlich gut. Meine Fortschritte hielt ich nicht nur digital mit Pacemaker und auf der Seite des NaNoWriMo-Forums selbst fest, sondern auch in einem physischen Notizbuch. Hier schrieb ich auch auf, wie viel Zeit ich tatsächlich gebraucht habe. Gegen Ende habe ich das etwas schleifen lassen, aber reine Schreibzeit müssen es etwa 50 Stunden gewesen sein. Meine Arbeit und die Fortschritte sichtbar zu machen, motivierte mich ungemein. Doch dann kam die dritte Woche, begleitet von Krankheit, die mich für drei Tage ausbremste. Zum Glück hatte ich meinen Vorsprung, und nach 27 Tagen konnte ich die magischen 50.000 Wörter knacken.

Fazit: Vorbereitung und Mindset

Mein NaNoWriMo-Abenteuer hat mir gezeigt, dass Vorbereitung und das richtige Mindset entscheidend sind. Der klare Plan und die Aufzeichnung meines Fortschritts halfen mir, durchzuhalten. Ich habe definitiv meine Grenzen verschoben, denn vor dem November lag der Schnitt an geschriebenen Worten bei etwa 1000. Ich habe einen Sog gespürt, der mich in die Geschichte gezogen hat und es war viel leichter an die Arbeit des Vortages anzuknüpfen, weil ich ja nie wirklich aufhörte zu schreiben. Und trotzdem werde ich danach eine Pause brauchen. So viel anderes ist im November liegen geblieben, was ich jetzt aufholen möchte. Der NaNoWriMo mag eine Herausforderung sein, aber mit der richtigen Einstellung und einer guten Vorbereitung ist es definitiv möglich, das Ziel zu erreichen.

Was passiert jetzt mit dem Roman? Nun, da es ein Weihnachtsroman ist, kann ich ihn erst Ende 2024 veröffentlichen. Einen Weihnachtsroman im Sommer herauszugeben, macht nun mal nicht wirklich viel Sinn. Der Roman wird jetzt erst einmal in die Schublade wandern und ich werde mich dem 3. Teil der Black Forest Love Reihe widmen. Danach werde ich, mit etwas Abstand, den Winterroman überarbeiten und ins Lektorat geben. Die Veröffentlichung peile ich September/Oktober 2024 an. Also, merkt euch das schon mal vor, ihr Lieben. 😉

Herzlichst Eure

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