Nach dem Januar kommt bekanntlich der Februar und ich kämpfte mit der alljährlichen Winterdepression, die ich in diesem Jahr auf die anstehenden Wahlen, der damit verbundenen unsicheren Lage und der schlechten Stimmung im Land schieben konnte. Vieles hatte ich mir vorgenommen, nur um von einer Krankheitswelle aus der üblichen Routine gerissen zu werden. Trotzdem habe ich es irgendwie geschafft und bin dem neuen Roman ein gutes Stück näher gekommen. Was war noch? Eine alte Liebe hat mich eingeholt, aber liest selbst …
Inhaltsverzeichnis
Eine alte Liebe
Ich bin ja bekennender Walt Disney Fan. Ich liebe die alten Filme, aber auch die Neuverfilmungen von „Cinderella“, „Die Schöne und das Biest“ oder „Der König der Löwen“, schaffen es, dass ich mir auch mal einen langen Film ansehe. Ansonsten bin ich ja eher die Serienguckerin.
Walt Disney ist der Inbegriff von Kindheit und heiler Welt – okay, in den Geschichten geht es manchmal ganz schön zur Sache. Ich sage nur Bambi. 😢
Aber hey, die „Gummibärenbande“ oder „Duck Tales“ waren großartig. Und dann natürlich die Lustigen Taschenbücher. Damals gab es am Ende eine Liste mit den bisher erschienenen Bänden und ich habe immer davon geträumt, sie alle zu besitzen. Surprise: Mein Taschengeld reichte natürlich vorn und hinten nicht und oft war nur das Micky Maus Heft drin und wenn ich Pech hatte, nicht mal das.
Meine alte Sammlung ging irgendwann in den vielen Umzügen verloren, aber ich hatte einen Lieblingsband, und den hatte ich irgendwann auf einem Flohmarkt gefunden und wieder gekauft. Später kamen dann einige neue LTBs dazu, die mein ältester Sohn im Abo hatte, aber die Sammlung blieb überschaubar und wenn ich ehrlich bin, habe ich die Comics auch nicht mehr gelesen.
Neulich stand ich dann vor dem Bücherregal und dann fiel mir diese Lücke auf. Mein Lieblingsband – spurlos verschwunden! Auf diversen Portalen wurde ich fündig, aber da gab es auch Menschen, die ihre ganze Sammlung auflösen. Ja, da hatte jemand sogar alle bisher erscheinenden Bände zu verkaufen! Nun, ganz so verrückt war ich dann doch nicht, aber ich habe tatsächlich ein „kleineres“ Konvolut aufgekauft. Wenn in meiner Erlesenen Liste nun hin und wieder ein Lustiges Taschenbuch auftaucht, dann liegt es daran, dass ich in Kindheitserinnerungen schwelge.




Und weil ich ja auch Autorin bin, ließ ich einen kleinen Fanmoment auch in mein aktuelles Manuskript einfließen.
»Der Kolumbusfalter, die Erstausgabe von 1967«, bestätige ich und ziehe vorsichtig den abgegriffenen Comic aus dem Regal.
Weihnachten in Winterlichten 2 von Kassia L. Hill ab Herbst 2025
»Wow! Ich liebe Walt Disney.« Riekes Augen leuchten auf, als hätte sie einen verborgenen Schatz entdeckt. Ein leises Lachen entfährt ihr, und in genau diesem Moment berühren sich unsere Hände. Nur ganz kurz, eine flüchtige Berührung. Warm und unerwartet elektrisierend. Ich könnte einfach zurückweichen, ihr das Buch überlassen und so tun, als wäre nichts gewesen. Aber aus irgendeinem Grund tue ich das nicht.
Stattdessen verharren wir einen Moment. Sie hebt den Kopf und als sich unsere Blicke treffen, scheint sich die Bibliothek mit all ihren alten Geschichten und Legenden aufzulösen und nicht mehr zu existieren.
»Das hätte ich dir gar nicht zugetraut«, neckt sie. Ihre Stimme klingt irgendwie weicher als sonst.
Ich versinke in ihrem warmen Blick, in dem ich mich selbst spiegele. »Was hast du denn gedacht?«
»Etwas mit mehr Anspruch vielleicht?«
»Du meinst, Donald und Dagobert lassen es an literarischem Anspruch vermissen.«
Sie lacht leise und es vibriert sanft in meinem Unterleib. »Du vergisst Phantomias und Gundel Gaukelei.«
Ich kann ihren Atem auf meiner Haut spüren, den leichten Duft nach Vanille und Kaminholz, der an ihr haftet. Es wäre so einfach, sie zu küssen. »Natürlich. Wie konnte ich nur?«
Sie nimmt mir den Comic aus der Hand, schlägt es vorsichtig auf und fährt mit den Fingern über die Seiten. »Ich kann mich noch erinnern, wie ich als Kind abends unter der Decke gelesen habe«, erzählt sie. »Mit einer Taschenlampe, weil ich eigentlich längst hätte schlafen sollen. Aber Micky Maus war nie mein Favorit.«
»Meiner auch nicht …
Krankenstand
Der Februar war kalt, grau und voller Arbeit – oder zumindest hatte ich mir das so vorgenommen. Eigentlich wollte ich endlich wieder nach Winterlichten reisen und an der neuen Geschichte schreiben, meinen New-York-Roman ins Lektorat schicken und noch eine Kurzgeschichte in Angriff nehmen. Doch dann zeigte sich mal wieder, warum der Februar einer meiner ungeliebtesten Monate ist: Im Hause Hill wurde reihum alles mitgenommen, was die Virenwelt zu bieten hatte.
Pfeiffersches Drüsenfieber, Corona, fiese Erkältungsviren und Magen-Darm – wir haben kaum etwas ausgelassen. Und natürlich hat es irgendwann auch mich erwischt. Eine Woche lag ich erledigt auf der Couch und habe … nun ja … völlig sinnlose Katzen-, Hunde- und Putzvideos angeschaut.
Trotz allem musste der Roman geschrieben werden und wie immer habe ich akribisch Listen geführt, um meine täglichen Wortzahlen festzuhalten. Tatsächlich habe ich so den Rückstand für den 2. Winterlichten Roman aufgeholt und liege gerade gut im Zeitplan. Auch der New York Roman ging ins Lektorat und ich harre der Dinge, die mir da um die Ohren fliegen werden. Die Kurzgeschichte für die Ausschreibung habe ich aber nicht geschrieben.
Da ich meine kleinen Statistiken so sehr liebe, sie mich einerseits motivieren, mir andererseits auch dabei helfen, Dinge nicht zu vergessen, habe ich mir kurzerhand etwas überlegt: der Habit Tracker für Buchliebhaberinnen. Hier kannst du deine
- Jahresziel festhalten und motiviert bleiben
- Für jedes gelesene Buch ein Cover im Regal ausmalen
- Tages-, Wochen- oder Monatsziele setzen
- Eine wunderbare Ergänzung zum Buch Journal
Diesen Lese-Tracker gibt es in den Verborgenen Zeilen. Den Zugang bekommst du, wenn du dich für meine Schwarzwaldpost anmeldest.
Schritte-Challenge
Meine Schritte-Challenge neigt sich dem Ende. Ohne die Woche krank sein wäre es sogar jetzt schon so weit. Einen Rückblick auf dieses Projekt findest du hier. Um ehrlich zu sein, bin ich froh, dass es vorbei ist. Natürlich werde ich weiter gehen. Frau Hund möchte schließlich ihren Auslauf, aber ob da am Ende des Tages 10.000 Schritte oder nur 5.000 stehen … Tatsächlich freue ich mich, wenn jetzt mal wieder Zeit für Workouts, Kurzhanteln und ein bisschen Yoga bleibt. Das ist seit Oktober nämlich definitiv zu kurz gekommen.

Was war noch so los?
Ja, der Februar hatte es nicht nur gesundheitlich in sich, auch emotional war es anstrengend. Der Geburtstag eines der Kinder stand an. Die geplante Feier mit Freunden mussten wir dann um eine Woche verschieben, weil fast alle Gäste krank waren. Die Grundschulempfehlung für unseren Jüngsten stand ins Haus und dank der katastrophalen neuen Testung Kompass 4 war nicht so wirklich sicher, was am Ende dabei herauskommt. Zumal eine Lehrerin dann offensichtlich die bisherigen Leistungen völlig vergessen hatte. Aber am Ende wurde doch alles gut und er darf, wie sein Bruder, auf seine Wunschschule.
Dann waren wir wieder für die Demokratie auf der Straße. Die Stimmung war toll, die Sonne schien frühlingshaft und es tat einfach gut, so viele Menschen zu erleben, mit ihnen gemeinsam friedlich zu demonstrieren und Haltung zu zeigen. Trotz allem sorgt die ganze politische Situation bei mir nicht gerade für positive Stimmung. Es liegt schwer auf meinem Herzen und meinem Gemüt, was in Deutschland und weltweit passiert. Was mit uns als Gesellschaft passiert. Das macht mir Angst und es lähmt mich an manchen Tagen.


Statt Serien auf Netflix zogen Mr Hill und ich uns eine Wahlkampfsendung nach der nächsten rein. Das Ergebnis ist zu akzeptieren, aber es schmerzt mich und ich finde, in diesen Tagen haben wir in der Tat Grund zur Sorge. Das Wahlergebnis entspricht dem, was ich befürchtet hatte. Ich hoffe, ich habe mit meinen Prognosen für die nächste Wahl unrecht.
Ach, und dann war ja auch noch Fastnacht. Anderswo Fasching oder Karneval. Nun, ich bin ja nur wirklich keine Närrin und kann mit dem Treiben wenig anfangen. Zu viel Alkohol und in der Regel kalt-nasses Wetter. Aber ich habe ja eine Schwäche für Fettgebäck. Hin und wieder darf so eine kleine Sünde sein und über den Cholesterinspiegel will ich dann nicht nachdenken. Da diese kleinen Teigdinger inzwischen wirklich teuer geworden sind, haben wir die Berliner – andernorts heißen sie Kreppel oder Pfannkuchen – einfach selbst gebacken. Hätte ich nebenbei nicht auch noch Kartoffeln für das Mittagessen geschält, wären ein paar vielleicht nicht zu lang im heißen Fett gewesen. Im Großen und Ganzen war ich doch zufrieden mit meinen Backkünsten, und die Schüssel war schneller leer gefuttert, als ich gucken konnte.




Erfolgsmeldungen
- 2 Fortbildungen
- 24.446 geschriebenen Wörter (ca. 100 Taschenbuchseiten)
- 2 Newsletter
- durchschnittliche 8.035 Schritte pro Tag
- 2 Blogartikel
Erlesenes
Der Februar war lesetechnisch erfolgreich. Eine kleine Neuerung in dieser Kategorie: Ein paar kurze Worte zu den jeweiligen Büchern. Allerdings weiterhin ohne Wertung, denn ich bin davon überzeugt, dass jedes Buch seine Leser:innen hat. Nur weil mir ein Buch besonders gut gefallen hat (oder auch nicht) muss das noch lange nicht für dich gelten. Hier also meine Leseliste vom Februar:
- Bienengemäß imkern von Günter Friedmann
Da wir dieses Jahr mit der Imkerei starten wollen und ich auch gerade den Imkerkurs besuche, stapeln sich hier auch entsprechende Bücher. Wichtig ist uns, verantwortungsbewusst mit den Bienen umzugehen. Wir sind nicht auf große Honigerträge oder erwerbsmäßige Imkerei aus. Nicht nur unter diesen Aspekten ein Buch, das uns sicher in den nächsten Jahren intensiv begleiten wird. - Tschick von Wolfgang Herrndorf
Diesen Jugendroman habe ich im Rahmen meiner Weiterbildung zum Thema Kinder- und Jugendliteratur gelesen. Ich muss sagen, ohne die Weiterbildung wäre mir sicher nicht aufgefallen, dass eine Szene am See eine höhere Metaebene aufweist – das Erwachen vom Kind zum Erwachsenen. Das fand ich sehr spannend. - Bienenkiste, Korb und Einfachbeuten von Friedrich Pohl
Eine kurze Übersicht über verschiedene Bienenbehausungen. Das Buch lag schon eine Weile auf meinem Stapel. Bis ich dazu kam, es zu lesen, hatten wir uns dann schon für ein System entschieden. Für Anfänger ist die Vielfalt, die es in Deutschland gibt, unglaublich verwirrend. Letztlich haben wir uns am Kursleiter orientiert, der ebenfalls bienengemäß imkert. So sind wir bei Zadant-Beuten gelandet. - LTB 203 Der Ritter ohne Furcht und Adel von Walt Disney
Was soll ich sagen? Bevor das große Paket kam, habe ich mir dann doch ein Comic aus unserer Sammlung geschnappt. Ich gebe zu, es ist schon ungewohnt, wenn man lange keinen Comic mehr gelesen hat. Aber ich hoffe, dass doch gelegentlich eines auftaucht und die Lustigen Taschenbücher nicht nur eine Sammelleidenschaft werden. - Winterküsse in Funkelstein 1 von Ingrid Fuchs
Als Weihnachtsfan lese ich natürlich auch gern Weihnachtsromane meiner Kolleg:innen. Eine sehr cozy Geschichte, die in einem idyllischen Bergdorf spielt. Ganz nach meinem Geschmack. Die Geschichte ist auch vom Umfang genau mein Ding, denn aktuell mag ich es lieber etwas kürzer. Einzig die vielen Nebenfiguren haben es mir etwas schwer gemacht. Ich glaube aber, genau das macht den Reiz für Leserinnen aus, die bereits andere Bücher der Reihe gelesen haben. Ja, auch wenn da Teil 1 dransteht, gibt es wohl Vorgänger. - Die Grimm-Chroniken 3 – Der schlafende Tod von Maya Shepherd
Die ersten beiden Teile hatte ich vor einer Ewigkeit gelesen und Teil 3 schlummerte nun noch auf meinem Reader. Ich weiß gar nicht, wie viele Teile diese Reihe inzwischen hat. Eine Märchenadaption, in der Vampirgeschichten, Gegenwart und Märchen sich verweben. Mit nur 90 Seiten gerade richtig, um in den letzten Tagen des Monats noch ein weiteres Buch zu beenden.
Ausblick auf den März
Gleich Anfang März erwartet mich eine Weiterbildung, zu der ich nach Mühlheim an der Ruhr fahren muss. Ein Wochenende lang wird sich alles um Kinder- und Jugendliteratur drehen. Ich bin ziemlich aufgeregt und werde berichten …
Außerdem möchte ich die Rohfassung von Winterlichten 2 beenden und die Kurzgeschichte für den Wettbewerb muss nun wirklich endlich geschrieben werden, sonst wird es knapp mit dem Abgabeschluss.
Herzlichst, deine
