2025 habe ich viel gelesen und mein persönliches Ziel (ja, ich liebe kleine Challenges) zwei Mal nach oben angepasst. Am Ende waren es 62 gelesene Bücher. Wow! Und da sind meine eigenen nicht mal eingerechnet, die ich ja während des Schreibens und Überarbeitens auch mehrfach lese. Meine Lieblingsbücher aus dem 1. Halbjahr hatte ich bereits in diesem Blogartikel vorgestellt. Nun folgt also Teil 2 mit meinen persönlichen Lesehighlights aus dem 2. Halbjahr 2025.
Inhaltsverzeichnis
Juli: Das verstoßene Mädchen – Lotte Römer
Lotte Römer hatte ich auf der Buchmesse Winterlesezauber ihren Stand direkt neben uns. Ich kannte sie bisher nicht und wurde neugierig. Das verstoßene Mädchen ist ein historischer Roman, der 1881 in Innsbruck spielt und etwas genreuntypisch nicht als dicker Wälzer daherkommt. Fannerls Leben gerät nach dem Tod ihres Vaters aus den Fugen und ihr Weg führt sie als Wäscherin ins Sellraintal. Als bekennende Liebhaberin von eher überschaubaren Seitenzahlen, und gleichzeitig einem Interesse an historischen Stoffen, fiel die Wahl nicht schwer. Die Geschichte der Wäscherin und ihre schwere Arbeit fand ich interessant und berührend. Gleichzeitig ließ mich Lottes flotter Schreibstil durch die Seiten fliegen. Inzwischen ist der 2. Band erschienen, den ich unbedingt auch lesen möchte.
August: The Last Bookstore on Earth – Lily Braun-Arnold
Das Buch war ein Zufallsfund in der Buchhandlung und durfte mich im Urlaub begleiten. Dystopien lese ich selten. Ich weiß gar nicht, warum. Vielleicht, weil mir das auf Dauer zu deprimierend werden würde? Aber die Apokalypse in einem Buchladen zu überleben – nun ja, ich kann mir definitiv schlimmere Orte vorstellen. Geschichten, die sich um Bücher drehen, haben ja irgendwie etwas.
Die Geschichte wird recht langsam erzählt und erinnerte mich gerade zu Beginn ein wenig an Die Wand von Marlen Haushofer, in dem ebenfalls eine Frau allein und von der Außenwelt abgeschottet überlebt. Ganz so allein bleibt die 17-jährige Liz dann aber doch nicht, und es kommt nicht immer zu freundschaftlichen Begegnungen.
September: Das Buch der gelöschten Wörter – Mary E. Garner
Im September habe ich sehr viel gelesen, daher war eine Auswahl schwer, doch sie fiel schließlich auf diese Buchreihe, und damit fand ich zurück in die Regale der Fantastik, in die ich schon lange nicht mehr die Nase hineingesteckt hatte.
Hope Turner entdeckt ihre Fähigkeit, sich in Bücher hineinzulesen. (In Wahrheit ist es etwas komplizierter, die Buchhandlung ist das Portal in die Buchwelt und Hope braucht einen Vorleser.) Dort entdeckt sie eine Buchwelt, die in Gefahr ist. Wieder eine Geschichte, in der es um Bücher geht. Von der Grundidee erinnert es an Tintenherz – was mir damals gar nicht so gut gefallen hat. Das Buch der gelöschten Wörter verläuft fantastischer, dort, wo Tintenherz für meinen Geschmack zu realistisch geblieben ist.
Da Band 1 mit einem wirklich fiesen Cliffhanger endete, habe ich die beiden Folgebände ebenfalls gelesen. Mit Band 3 endet die Hauptstory. Auf die Fortsetzung habe ich dann verzichtet.
Oktober: Unsere Tage am Fluss – Karin Lindberg
Eine Autorin, die ich noch nicht kannte und die ich durch Zufall entdeckt habe. Es handelt sich um eine Familiengeschichte mit zwei Zeitlinien. Ein Nachlass, ein Tagebuch und die Suche nach der Wahrheit. Die historische Ebene hat mir etwas besser gefallen, was aber auch meinen persönlichen Vorlieben geschuldet ist. Größtenteils spielt die Geschichte auf dem Landsitz Rosewood Manor in England, was ein ganz besonderes Flair weckt. Die Protagonistin Elisa wandert auf den Spuren ihrer Vorfahrin Harriett, und natürlich gibt es eine Liebesgeschichte dazu – eigentlich sind es sogar zwei.
November: Ever & After – Stella Tack
Ein Spontankauf auf der Frankfurter Buchmesse und wieder eine Reihe. Ich hatte Band 1 bereits im Oktober begonnen und die Reihe im November fortgesetzt. Alle 3 Bände haben mir gut gefallen. Ich scheine tatsächlich eine neue Vorliebe für fantastische Geschichten wiederentdeckt zu haben. Die Erzählweise ist doch sehr anders im Vergleich zu Fantasy-Romanen, die ich in meiner Jugend gelesen habe. Nun ja, ich bin ja auch nicht mehr die Jüngste.
Ever & After ist eine Märchenadaption und das weckt natürlich Kindheitserinnerungen. Die Verflechtung der verschiedenen Märchen und Figuren war interessant und die Autorin hat mir das eine oder andere Lachen entlockt – was wirklich selten vorkommt. Aber auch der Gruselfaktor kommt nicht zu kurz. Mit Fortschreiten der Geschichte, wird es sehr düster und teilweise brutal. Das Ende der Buchreihe hat mich geschockt zurückgelassen. Ich werde hier nicht spoilern – nur so viel sei gesagt: Es erfordert von der Autorin schon einiges an Mut, das so durchzuziehen. Genial gemacht!
Dezember: Der Nachbar – Sebastian Fitzek
Den Dezember schließe ich verstörend und brutal mit dem neuesten Fitzek. Das Buch habe ich in der örtlichen Buchhandlung gekauft, und auch wenn der Klappentext unverschämt nichtssagend ist, und das Buch durch die Sonderausstattung mit der Hülle nicht mal eben angelesen werden kann, ging ich das Wagnis an. Aber hey! Es ist ein Fitzek. So viel kann man da nicht falsch machen. Ich liebe ja seine ultrakurzen Kapitel und Cliffhanger, die mich förmlich durch die Geschichte jagen, und so rätselte ich, wer wohl dieser Nachbar ist und was er im Leben von Sarah Wolff treibt.
Zugegeben, Krimis und Thriller sind kein Genre, das ich ständig lese, und so war die Auflösung für mich auch nicht vorhersehbar. Gruselig war es allemal, und ich fühlte mich auf schaurige Art und Weise gut unterhalten.
Und hier noch der Link zum Buch
Und das waren sie, alle gelesenen Bücher aus 2025. Einige Schätze waren dabei, ein abgebrochenes Buch und ein paar angefangene liegen hier noch rum, die ich zwar begonnen, aber noch nicht beendet habe. Wie war das mit den guten Vorsätzen?


Meine Highlights aus dem 1. Halbjahr findest du in diesem Artikel und ansonsten gibt es wie gewohnt in jedem Monatsrückblick die Rubrik Erlesenes, in dem ich alle Bücher des Monats vorstelle. Alle Rückblicke in der Übersicht gibt es hier.
Herzlichst








