Monatsrückblick Januar 2026

Monatsrückblick Januar 2026: Same same but different

Turbulent stolpern wir in das neue Jahr. Mit mehr Aufregung, als ich sie mir gewünscht hätte. Parallel dazu überarbeite ich den ersten Teil des Schottlandromans, denn eine neue Idee erfordert ein paar Änderungen. Gerade im vermeintlichen Stillstand kommen oft die besten Ideen.

Totgesagte Großmütter leben länger

Als Autorin bestimme ich über das Schicksal meiner Figuren, und so kann aus einer verstorbenen Großmutter schon mal eine resolute alte Dame werden, die meine Protagonistin dazu bewegt, eine Reise anzutreten, die ihre Zukunft verändert.

Im November hatte ich begonnen, meinen Schottlandroman zu schreiben, und wie so oft, sollte es eine Erbschaft sein, die die Protagonistin dazu zwingt, sich ins Abenteuer zu stürzen. Bereits an meiner Formulierung „wie so oft“ merkst du, dass dieses Motiv ziemlich abgegriffen ist. Es ist nicht schlecht, nicht wenige großartige Geschichten drehen sich um Erbschaften. Aber ich musste mich fragen, ob eine tote Großmutter für diese Geschichte wirklich notwendig war, oder ob sie in diesem Fall den Romanbeginn nicht sogar überfrachtet.

Wenn du „wie so oft „Cupcakes und bittersüße Kaffeeküsse“ gelesen hast, hast du vielleicht bemerkt, dass ich eine kleine Schwäche für ältere Frauenfiguren habe. Außerdem ist es doch ganz gut, seine Dinge noch zu Lebzeiten zu klären und nicht alles auf die lange Bank zu schieben. Familiengeheimnisse sind im Grab einfach nicht so gut aufgehoben, zumindest dann nicht, wenn sie noch eine Rolle spielen sollen.

Ich möchte dir also Ailsa mit ihrer Großmutter vorstellen.

Maisie Großmutter Romanfigur

Über den Namen der Dame muss noch entschieden werden. Das werde ich gemeinsam mit meinen Newsletterabonnentinnen entscheiden. Wenn du auch zukünftig keine Neuigkeiten verpassen willst und bei einigen Entscheidungen mitreden möchtest, melde dich doch auch an.

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Level Up: Meine Heldinnen werden älter

Im Januar habe ich Das Winterhotel gelesen, mein Review dazu findest du weiter unten unter Erlesenes. Die Protagonistinnen waren Mitte dreißig, mit Themen, die sich vertraut und erstaunlich erwachsen anfühlten. Eigentlich waren es Themen von Frauen um die vierzig. Und ja, das hat mich sehr angesprochen, denn ich selbst bin inzwischen auch keine frische 28 mehr, auch wenn ich diesen Gedanken manchmal noch probeweise anziehe wie ein altes Lieblingskleid.

Nun habe ich bisher weder im Young- noch im New-Adult-Bereich geschrieben, doch auch meine Protagonistinnen sind auf der Suche nach der ersten wirklich großen Liebe. Nach dem einen Mann, den man heiratet. Meine Leserinnen sind oft in meinem Alter oder sogar älter. Sollten meine Figuren dann nicht auch älter sein? Andere Themen mitbringen, andere Fragen stellen, andere Zweifel haben?

Ich glaube, das könnte langfristig sehr spannend werden. Für Ailsa habe ich das Alter jetzt tatsächlich auf 34 angehoben. Manche Dinge lassen sich nicht mehr ändern, das würde das Manuskript komplett auf den Kopf stellen, aber ein paar Stellschrauben gibt es eben doch. Und wer weiß – vielleicht landen wir im Roman irgendwann sogar bei Menopause und Antifaltencremes. Ich fände das ehrlich gesagt ziemlich interessant. Du auch?

Dry January

Gute Vorsätze für das neue Jahr fangen gerne entweder mit einem Mehr an. Mehr Sport, mehr gesunde Ernährung, mehr Events/Konzerte/Urlaub, mehr Lesen – oder mit Verzicht: kein Zucker, nicht mehr rauchen, keine Fertiggerichte, kein Alkohol – oder es wird gleich eine Fastenkur begonnen.

Ich starte mit Alkoholverzicht. Dabei war das gar keine bewusste Entscheidung, denn seien wir mal ehrlich: Verzicht klingt nicht besonders sexy. Das klingt nach Verbot, und da meldet sich sofort mein Revoluzzer-Ich. Jetzt erst recht!

Ich lebe in einer Weinregion. Wir kennen nicht wenige Familien, die hier noch den Weinberg bestellen und die Trauben im Herbst in der Genossenschaft abliefern. Einige haben Brennrechte und es gibt sogar ein Dorffest, bei dem Selbstgebranntes gefeiert und konsumiert wird. Bei Nachbarschaftsfesten und Geburtstagen bringt man ganz automatisch eine Flasche Wein mit – und das ist ein Fakt, der mir seit Jahren sauer aufstößt.

Nun bin ich beileibe keine Abstinenzlerin. Ich lasse den Abend gern bei einem Glas Rotwein ausklingen. Der Gedanke, sich nach einem anstrengenden Tag zu belohnen, spielt da natürlich eine Rolle. Und ja, wenn man in fröhlicher Runde zusammenkommt, darf es auch ein zweites Glas sein. Auch einen Whiskey kann ich gelegentlich genießen. Aber wenn man sich bewusst macht, dass wir hier mit einem Nervengift hantieren, verursacht mir das durchaus Bauchschmerzen. Belohne ich mich wirklich?

Ich bin nicht in das Jahr mit dem Vorsatz des Verzichtes gestartet. Ich hatte nach den vielen Weihnachtsfeiern und einem Glas Sekt zu Silvester einfach keine Lust auf einen Drink. Nach einer Woche wurde mir ein Drink angeboten und ich lehnte ab. Die Idee des Dry January hatte sich in meinem Kopf fest verankert.

Ende Januar ging es dann zu einem Geburtstag. Den angebotenen Schnaps im Restaurant abzulehnen, fiel mir leicht. Froh war ich allerdings, als die Gastgeberin später vergaß, den Sekt rauszuholen. Auf komische Nachfragen habe ich nämlich keine Lust. Ich weiß auch nicht, warum man sich ständig rechtfertigen muss. Das ist doch wirklich unnötig.

Tatsächlich merke ich nach einem Monat bereits positive Effekte. Vor allem hat sich mein Schlaf deutlich verbessert, was einfach großartig ist.

Abends gibt es statt des Glases Wein eine Kanne Tee. Das passt ja gerade im Winter sehr gut. Und vielleicht setze ich den neuen Lifestyle auch noch im Februar fort. Da ich ohnehin keine Fasentsgängerin bin (in anderen Regionen heißt es Fasching), komme ich gar nicht erst in Versuchung.

Was war sonst noch los?

Wir waren bei der Verleihung der Jungmusikerleistungsabzeichen des BdB (Bund deutscher Blasmusik) und kurz darauf in der Notaufnahme. Ein Kind hatte sich den Arm gebrochen. Von beiden sehr aufwühlenden Ereignissen gibt es an dieser Stelle natürlich keine Fotos. Ich hoffe, du siehst es mir nach.

Ansonsten gab es Anfang Januar viel Schnee. Leider war der dann auch schnell wieder weg und während in anderen Regionen die Schulen schlossen, ärgerten wir uns mit Dauerregen und matschigen Hundespuren auf dem Parkett. In den Regenpausen haben die Bienen die Gelegenheit für einen ersten Ausflug genutzt. Auch der erste Pollen wurde gesammelt. Und weil ich etwas Sorge habe, dass die Futtervorräte nicht reichen, gab es eine Portion Futterteig für unsere fleißigen Mädels.

Schnee
Bienen
Meise
Auch die Meisen und Rotkehlchen freuten sich über die neue Futterstation.

Ich liebe ja Podcasts. Im Unterschied zu Hörbüchern, kann ich da stundenlang zuhören. Nun bekam ich eine wunderbare Podcast Empfehlung zum Thema Wechseljahre. Ein Thema, das mich mit demnächst 47 Jahren doch allmählich trifft. Das Thema ist hochinteressant und ich denke, wir Frauen sollten viel besser informiert und von unseren Ärzten und Ärztinnen auch ernst genommen werden. Ein super wichtiges Thema, wie ich jedenfalls finde. Vielleicht hörst du auch mal rein. An anderer Stelle hatte ich auch schon über das Buch Woman on Fire von Sheila de Liz gesprochen. Kann ich auch nur empfehlen.

Podcast Playliste

Erfolgsmeldungen

Erlesenes

Okay, okay. Mit meinem guten Vorsatz, erst mal den SuB abzubauen, ist es nicht weit her. Tatsächlich bin ich schon in der ersten Januarwoche gescheitert.

  • Das Winterhotel von Sarah Morgan
    Ein Buch vom Stapel. Eine gemütliche, langsam erzählte Weihnachtsgeschichte, die abwechselnd aus der Perspektive von vier Frauen erzählt wird. Es hat mir sehr gut gefallen, dass drei der Protagonistinnen bereits in ihren 30ern waren. Irgendwie war das erfrischend. Ihre Probleme waren dann auch eher die von Frauen um die 40. Empty Nest Syndrome, berufliche Neuorientierung, Selbstfindung. Ich konnte mich da wunderbar mit den Frauen identifizieren, und auch wenn die Lösungen nicht immer so waren, wie ich mir das gewünscht hätte – aber auch im Roman ist es eben nicht immer so einfach –, habe ich mich sehr angesprochen gefühlt. Und ja, ich frage mich, ob wir aktuell noch zu wenig Geschichten haben, die sich genau mit dieser Altersgruppe auseinandersetzen. Ein spannendes Thema! Was ich daraus wohl für mein eigenes Schreiben mitnehmen werde?
  • Miss Merkel: Mord in der Uckermark von David Safier
    Mein Upsi aus der Bibliothek und der Verstoß gegen meine guten Vorsätze. Vor einigen Jahren hatte ich Bücher des Autors gelesen. „Mieses Karma“ war witzig und „Jesus liebt mich“ originell. Mit Miss Merkel hatte ich schon des Öfteren geliebäugelt und das Cover schrie mich förmlich an, es mitzunehmen. Die Idee der ermittelnden Kanzlerin in Rente war witzig. Immer wieder kleine Seitenhiebe auf politische Ereignisse (ob nun erfunden oder belegt) befriedigten die politisch interessierte Seite in mir.
    Leider zogen mich die Dialoge regelmäßig aus dem Lesefluss. Hier gab es Stolpersteine, die mich das Buch fast abbrechen ließen. Total schade, aber vielleicht fällt das auch nur meinem Autorinnenblick auf und Lesende stören sich gar nicht daran.
  • Die Wortweberin von Elvira Zeissler
    Mein zweiter Bibliotheksunfall. Fantasy scheint es mir ja wieder angetan zu haben. Über dieses Buch bin ich in den letzten Monaten immer wieder gestolpert. Hier wurde offenbar massiv Geld in Werbung gesteckt und es hat funktioniert, wenn sogar unsere Bibliothek das Buch einer Selfpublisherin aufgenommen hat. Ich finde das ganz großartig, und hoffentlich tragen solche Geschichten dazu bei, dass sich in einigen Köpfen doch etwas bewegt. Normalerweise ist unsere Bibliothek nämlich nicht so offen gegenüber Selfpublishing. Leider.
    Ich habe nur den 1. Teil gelesen. Die Geschichte schreitet sehr langsam voran und führt in eine interessante Welt, in der Religion und Machtausübung eine zentrale Rolle spielen. Die Hauptfigur Chiara hat eine besondere Gabe. Sie kann Geschichten mittels Wortmagie zum Leben erwecken. Ihre Aufgabe ist es, die Kronprinzessin zu unterhalten … bis sie deren Platz einnehmen soll, um den Barbarenfürsten an ihrer statt zu heiraten. Die Entwicklung der Story ist sehr vorhersehbar, allerdings bleiben noch zwei Teile und vielleicht kommt da dann die große Überraschung. Wer weiß. Ich würde es mir wünschen. Vorerst habe ich jedoch nicht die Absicht, die Reihe weiterzulesen, denn da war ja noch die Sache mit dem Stapel ungelesener Bücher …
  • Weiter ging es mit einem Abbruch – dem ersten in diesem Jahr. Im Sinne der Fairness verzichte ich auf die Nennung von Titel und Autor. Es handelt sich um ein politisches Sachbuch von meinem Buchstapel. Das Thema war spannend und rückt aktuelles Zeitgeschehen in einen historischen Kontext. Aber auch ein Sachbuch darf interessant geschrieben sein und sich nicht anfühlen wie staubtrockenes Knäckebrot. 100 Seiten habe ich den inflationären Gebrauch von Fremdwörtern und Fachsprache ertragen, die nur einen Zweck verfolgt, nämlich den des Autors, sich als besonders intellektuell darzustellen. Schade!

Ausblick auf den Februar

Es stehen schon wieder Ferien vor der Tür. Ein Geburtstag und der inzwischen schon traditionelle Ausflug ins Erlebnisbad kündigen sich an. Im Februar soll Teil 2 des Schottlandromans (weiter)geschrieben werden und endlich tauche ich richtig in die Vergangenheit ein. Es wird und bleibt spannend.


Ich freue mich sehr, dass du dich für mich und meine Geschichten interessierst. Mehr Einblick hinter die Kulissen und exklusive Geschichten findest du in meiner Schwarzwaldpost. Schau doch mal ganz unverbindlich rein. Ich freue mich darauf, dich näher kennenzulernen.

Herzlichst, deine

Autorin Kassia L. Hill

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